Von außen sieht man einem fertigen Pflaster nicht an, wie gut es verlegt wurde — das zeigt sich erst nach ein paar Wintern. Wer Pflasterarbeiten beauftragt, bezahlt deshalb vor allem für das, was man am Ende nicht mehr sieht: den Unterbau.
Der Schichtaufbau unter dem Pflaster
Ein solider Pflasteraufbau besteht in der Regel aus mehreren Schichten. Zuunterst sorgt eine Frostschutzschicht aus Frostschutzkies dafür, dass Wasser nicht im Boden steht und sich bei Frost nicht hebt — ihre Stärke liegt je nach Region und Belastung häufig zwischen etwa 10 und 30 cm. Darauf folgt die Tragschicht aus verdichtetem Schotter, die die eigentliche Lastaufnahme übernimmt. Beide Schichten werden mit einer Rüttelplatte verdichtet, bevor es weitergeht.
Die Bettung: der letzte Zentimeter vor dem Stein
Auf die Tragschicht kommt die Bettung — meist eine dünne Schicht aus feinem Splitt (häufig in der Körnung 2/5 oder 1/3) oder Sand, in die die Pflastersteine eingerüttelt werden. Diese Schicht gleicht kleine Unebenheiten aus und sorgt dafür, dass die Steine eben und in gleichmäßiger Höhe liegen.
Warum der Untergrund zuerst geprüft werden muss
Bevor überhaupt eine Schicht eingebaut wird, steht die Prüfung der Tragfähigkeit des gewachsenen Bodens an. Lockerer oder aufgeschütteter Untergrund muss in der Regel ausgetauscht oder zusätzlich verdichtet werden — wird dieser Schritt übersprungen, hilft auch der beste Oberbau später nichts, weil sich der Boden darunter trotzdem setzt.
Gefälle ist kein Detail
Jede gepflasterte Fläche braucht ein Gefälle, damit Regenwasser kontrolliert abläuft, statt sich zu stauen oder in Richtung Hauswand zu fließen. Wie das Wasser am Ende abgeleitet wird — über die Fläche verteilt, in eine Rinne oder in eine Versickerungsmulde — sollte bereits in der Planung festgelegt werden, nicht erst beim Verlegen.
Wasserdurchlässiges Pflaster braucht einen eigenen Aufbau
Wird wasserdurchlässiges Pflaster gewünscht, etwa um Niederschlag direkt vor Ort versickern zu lassen, muss auch der komplette Unterbau wasserdurchlässig ausgeführt sein. Ein reiner Splittunterbau ohne tragfähige Schotterschicht wird in Fachforen unter Vorbehalt diskutiert und ist für belastete Flächen in der Regel nicht ausreichend.
Einordnung: Die genannten Schichtstärken sind Richtwerte aus mehreren Verlegehinweisen und Ratgebern. Verbindliche Vorgaben für konkrete Projekte liefern Normen wie die DIN 18318 (VOB Teil C) und die ZTV Pflaster-StB sowie die Herstellerangaben zum jeweiligen Produkt — die tatsächlich nötige Schichtstärke hängt von Frosttiefe, Bodenart und erwarteter Belastung (Fußweg oder befahrene Fläche) ab.



